Drei Jahre nach einer kombinierte Lungen-Leber-Transplantation, einer Operation, die bisher deutschlandweit nur zwölf Mal durchgeführt wurde, können Patient und Ärzteteam mit Sicherheit sagen: Der Ausnahmeeingriff war ein großer Erfolg. Eine solche Multi-Transplantation kommt sehr selten vor. Roland Petersen (55) lebt nun seit drei Jahren mit der Lunge und der Leber eines Organspenders.
Leber und Lunge transplantiert
Drei Jahre nach der OP arbeitet Roland Petersen wieder in Vollzeit.
Die Ruhrlandklinik Essen ist seit mehr als einem Jahrhundert spezialisiert auf die Behandlung von Lungen- und Atemwegserkrankungen. Im Klinikverbund der Universitätsmedizin Essen zeichnet sie sich durch eine ausgezeichnete Expertise in diesem Bereich aus. Insbesondere bei seltenen Erkrankungen ist die Klinik im Essener Süden Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten weit über die Stadtgrenzen hinaus. 2025 veröffentlichte die Universitätsmedizin Essen die Geschichte eines solch seltenen Falls.
Petersen litt an einer „idiopathischen Lungenfibrose“. Dabei handelt es sich um eine seltene Erkrankung ohne bekannte Ursache, bei der es zu fortschreitenden, am Ende tödlichen Vernarbungen der Lunge kommt. Zuletzt war Petersen auf ein Sauerstoffgerät angewiesen. Zudem war seine Leber stark angegriffen. Die Ärzte diagnostizierten eine Leberzirrhose und als Folgeerscheinung ein hepatopulmonales Syndrom, eine seltene, ernste Lungenkomplikation, die durch eine Trias aus Lebererkrankung, Gefäßerweiterungen in der Lunge und einer daraus resultierenden Störung des Gasaustauschs mit Sauerstoffmangel im Blut gekennzeichnet ist. Als das Medizin-Team Petersen eine Multi-Organ-Transplantation vorschlägt, bei der seine Heilungschancen 50:50 stehen, entscheidet er sich, diesen Weg gemeinsam mit dem Essener Expertenteam zu gehen. Petersen kommt schließlich auf die Warteliste für beide Organe, schon wenige Tage später stehen sowohl Lunge als auch Leber einer Spenderperson zur Verfügung, für den Erkrankten so etwas wie eine Sechser im Lotto.
Heute, drei Jahre später, führt Roland Petersen ein weitgehend normales Leben und arbeitet wieder in Vollzeit. Der Weg dahin war nicht leicht. Im Sommer 2022 beginnt seine Reha, sein Ziel, im Sommer 2023 wieder zu arbeiten, erreicht er nicht. Zumal ihn zum Jahresende eine Hüft-OP zurückwirft. 2024 beginnt er von zuhause in Teilzeit zu arbeiten. Im April 2025 stockt er auf Vollzeit auf und entschließt sich, mit seiner ungewöhnlichen Krankengeschichte an die Öffentlichkeit zu gehen.
