Nachhaltigkeitsstrategie 2025: Systematisch gesteuert, messbar umgesetzt
Die Universitätsmedizin hat auch 2025 ihre Nachhaltigkeitsstrategie konsequent weiterverfolgt und die bereits bestehenden Initiativen mit regulatorischen Anforderungen verknüpft. In den zentralen Handlungsfeldern Energie- und Ressourcenmanagement, CO2-Emissionen und Klimaresilienz, Kreislaufwirtschaft und Abfallmanagement sowie die Arbeitsbedingungen betreffend ergänzen die vielfältigen Maßnahmen nun auch detaillierte Monitorings und Dokumentationen. Dafür wurde die Stabsstelle Nachhaltigkeitsmanagement 2025 personell verstärkt. Der Fortschritt wird auf klar definierte Ziele systematisch ausgerichtet und regelmäßig überprüft. Die Wirksamkeit der Nachhaltigkeitsstrategie wird fortlaufend reflektiert, um ihre gezielte Weiterentwicklung sicherzustellen. Die systemischen Ansätze zielen darauf ab, die Anforderungen der Spitzenmedizin mit ihrem hohem Technisierungsgrad im Krankenhauswesen mit ökologischer Nachhaltigkeit zu vereinen.
Wir verfolgen konsequent die Green-Hospital-Strategie
Im Sommer 2025 haben Sie, Frau Rothe, Verstärkung im Bereich Nachhaltigkeitsmanagement bekommen. Herzlich willkommen, Frau Zimmermann. Wie teilen Sie sich die Arbeitsbereiche jetzt auf?
Lilian Rothe: Wir freuen uns sehr, dass Katharina Zimmermann nun unser Team verstärkt. Sie bringt wertvolle Erfahrung aus der Beratung von Unternehmen zu Themen der Nachhaltigkeit mit. Gemeinsam können wir unsere strategischen Schritte noch konsequenter gehen. Katharina Zimmermann wird sich insbesondere mit der Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsberichterstattung und der strukturierten Aufbereitung und Analyse von Kennzahlen beschäftigen, während ich den Fokus stärker auf die Weiterentwicklung interner Strukturen sowie auf Netzwerkpflege, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit lege. Grundsätzlich setzen wir uns im Nachhaltigkeitsbereich aber mit so vielen Themenfeldern und Projekte auseinander, dass wir projektabhängig jeweils unsere Kompetenzen einbringen und an den gleichen Themen gemeinsam arbeiten.
Liebe Frau Zimmermann, wie war denn Ihr Start an der Universitätsmedizin Essen?
Katharina Zimmermann: Sehr spannend – insbesondere, weil die Universitätsmedizin Essen ein hochspezialisiertes und sehr komplexes Arbeitsumfeld ist. Der Gesundheitssektor zeichnet sich durch besondere Anforderungen, eine hohe Verantwortung und stark vernetzte Abläufe zwischen den unterschiedlichen Berufsgruppen aus. Ich habe zuvor branchenübergreifend gearbeitet, das Gesundheitssystem selbst war dabei jedoch nicht Teil meines bisherigen beruflichen Umfelds. Gerade als Person ohne medizinischen Hintergrund ist es daher eine besondere Herausforderung, die Krankenhausstrukturen und die spezifischen Anforderungen im Alltag zu durchdringen. Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, wie offen ich von den Kolleginnen und Kollegen empfangen wurde und wie viele Einblicke ich bereits in unterschiedliche Arbeitsbereiche erhalten habe.
”An einem Klinikum gibt es verschiedene Rahmenbedingungen und Systemgrenzen, die in anderen Branchen in dieser Form nicht vorkommen. An erster Stelle steht immer der Versorgungsauftrag, und auch Forschung und Lehre im medizinischen Kontext folgen besonderen Anforderungen, innerhalb derer nachhaltige Ansätze immer wieder gut in die bestehenden Abläufe integriert werden müssen und passende Lösungen gefragt sind.
Katharina ZimmermannNachhaltigkeitsmanagerin der Universitätsmedizin Essen
Was ist im Medizinsektor neu für Sie?
Katharina Zimmermann: An einem Klinikum gibt es verschiedene Rahmenbedingungen und Systemgrenzen, die in anderen Branchen in dieser Form nicht vorkommen. An erster Stelle steht immer der Versorgungsauftrag, und auch Forschung und Lehre im medizinischen Kontext folgen besonderen Anforderungen, innerhalb derer nachhaltige Ansätze immer wieder gut in die bestehenden Abläufe integriert werden müssen und passende Lösungen gefragt sind. Im Medizinsektor ist die Zusammenarbeit stark interdisziplinär geprägt. Vieles passiert an den Schnittstellen zwischen den verschiedenen Berufsgruppen und Bereichen, wodurch Abstimmung und gemeinsames Verständnis eine zentrale Rolle spielen. Genau hier muss Nachhaltigkeit ansetzen, um bestehende Strukturen konstruktiv zu unterstützen und Schritt für Schritt stärker im System verankert zu werden.
Auf dem Weg zum Green Hospital hat die Universitätsmedizin Essen in den vergangenen Jahren schon eine Menge angestoßen: Projekte, um Abfall zu vermeiden oder Energie einzusparen, zur Mobilität und zur planetaren Ernährung. Nachhaltigkeit umfasst aber noch viel mehr, welche Bereiche haben Sie noch in den Fokus gerückt oder werden Sie in Zukunft in den Fokus rücken?
Lilian Rothe: Die Nachhaltigkeitsbetrachtung umfasst drei Säulen, ökologische sowie soziale und ökonomische Aspekte. In einem Krankenhaus und noch mehr in einer „Klinikstadt“ wie der Universitätsmedizin Essen macht der ökologische Bereich einen sehr großen Teil aus. Krankenhäuser verursachen große Emissionen, der Verbrauch von Energie und Ressourcen ist enorm. Gleichzeitig tragen wir als einer der größten Arbeitgeber in der Region eine besondere soziale Verantwortung für unsere Mitarbeitenden sowie eine unternehmerische Verantwortung für eine nachhaltigere Gesundheitsversorgung in der Gesellschaft. Unsere Nachhaltigkeitsstrategie ist daher in vier zentrale Handlungsfelder gegliedert: Energie- und Ressourcenmanagement, CO₂-Emissionen und Klimaresilienz, Kreislaufwirtschaft und Abfallmanagement sowie Arbeitsbedingungen im Sinne eines gesunden Arbeitsplatzes. Um diese Themen ganzheitlich voranzubringen, bauen wir bestehende Schnittstellen weiter aus und intensivieren die Zusammenarbeit unter anderem mit dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement, der Abteilung Compliance, der Bildungsakademie oder dem Gleichstellungsbüro.
Ist es eine große Herausforderung, Projekte für mehr Nachhaltigkeit nicht nur zu implementieren, sondern auch die Wirksamkeit zu messen und zu dokumentieren?
Katharina Zimmermann: Die Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen und deren Messbarkeit gehen zunehmend Hand in Hand. Hintergrund sind neue europäische Vorgaben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, von denen ab dem Berichtsjahr 2027 auch größere Krankenhäuser betroffen sein werden. Auch wenn die konkrete Ausgestaltung aktuell noch in Entwicklung ist, bereiten wir uns bereits gezielt darauf vor. Ein zentraler Fokus liegt dabei auf dem Aufbau einer verlässlichen Datenbasis: Wir strukturieren die Erhebung zentraler Kennzahlen aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung, beleuchten die Erhebungswege und identifizieren mögliche Fehlerquellen, um die Daten langfristig nachvollziehbar und prüfbar zu machen
”Ein besonderes Highlight war der Einzug ins Finale des Deutscher Nachhaltigkeitspreis Gesundheit in der Kategorie „Umwelt schützen“. Diese Anerkennung auf nationaler Ebene zeigt die Strahlkraft des Projekts und kann zugleich andere Gesundheitseinrichtungen dazu inspirieren, sich intensiver mit nachhaltiger Ernährung auseinanderzusetzen.
Lilian RotheNachhaltigkeitsmanagerin der Universitätsmedizin Essen
Welche Leuchtturmprojekte gab es im Bereich Nachhaltigkeit in 2025?
Lilian Rothe: Das bekannteste Leuchtturmprojekt im Bereich Nachhaltigkeit ist weiterhin unser Projekt Green Hospital Food. In den vergangenen Jahren wurden hier bereits umfassende Maßnahmen umgesetzt, um die Speiseversorgung im Sinne einer nachhaltigeren Gemeinschaftsverpflegung grundlegend weiterzuentwickeln. Im Fokus stehen dabei sowohl die Umstellung auf die Planetary Health Diet als auch die Reduktion von Lebensmittelverschwendung, die bereits um rund 40 Prozent gesenkt werden konnte. Durch weitere Projektpartnerschaften und Förderungen erhält das Projekt auch künftig neue Impulse und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Ein besonderes Highlight war der Einzug ins Finale des Deutscher Nachhaltigkeitspreis Gesundheit in der Kategorie „Umwelt schützen“. Diese Anerkennung auf nationaler Ebene zeigt die Strahlkraft des Projekts und kann zugleich andere Gesundheitseinrichtungen dazu inspirieren, sich intensiver mit nachhaltiger Ernährung auseinanderzusetzen.
Welche konkreten Maßnahmen oder Projekte haben im Alltag besondere Wirkung gezeigt?
Lilian Rothe: Ein besonders wirkungsvolles Projekt aus dem Nachhaltigkeitsmanagement ist unsere Pflichtschulung Nachhaltigkeit, die wir seit 2025 etabliert haben. Sie ist nun fester Bestandteil der jährlichen Pflichtschulungen für alle Mitarbeitenden und wird sowohl als interaktives E-Learning als auch in Präsenzformaten angeboten. Ziel ist es, ein gemeinsames Verständnis für Klimawandel, Verantwortung und die konkrete Relevanz für den eigenen Arbeitsbereich zu schaffen – ohne moralischen Druck, sondern mit Fokus auf Einordnung und Mitwirkung. Gleichzeitig wird dort deutlich, dass Nachhaltigkeit immer im Zusammenspiel mit strukturellen Maßnahmen gedacht werden muss: Dazu gehören bei uns beispielsweise der Bezug von Ökostrom, der Ausbau von Photovoltaikanlagen oder auch Angebote wie ein großer Fahrradparkplatz für Mitarbeitende. Ergänzt wird das durch viele Projekte aus unterschiedlichen Bereichen – von Rücknahmesystemen für Verpackungen über Biodiversitätsmaßnahmen bis hin zu ganz praktischen Lösungen wie einer Kleiderkammer des Sozialdienstes, die Kleiderspenden für Patientinnen und Patienten entgegennimmt und verwaltet. So entsteht Nachhaltigkeit im Klinikalltag durch das Zusammenspiel vieler großer und kleiner Maßnahmen.
Katharina Zimmermann: Was ich besonders bemerkenswert finde, ist, wie breit das Engagement im Haus verankert ist. In vielen Bereichen entstehen eigenständig Ideen und Lösungen, die zeigen, wie unterschiedlich Nachhaltigkeit im Klinikalltag gelebt werden kann. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein dafür, dass auch kleine Veränderungen im eigenen Arbeitsumfeld einen Beitrag leisten können. Die Pflichtschulung schafft dabei eine wichtige gemeinsame Grundlage: Sie vermittelt Wissen, ordnet ein und macht deutlich, welche Rolle jede einzelne Person im Gesamtsystem spielt.
Ihr Aufgabenbereich wirkt sehr vielseitig und dynamisch. Spüren Sie auch ein wachsendes Interesse von außen, zum Beispiel durch Initiativbewerbungen oder Anfragen für Einblicke in Ihre Arbeit?
Lilian Rothe: Ja, das Interesse an Einblicken in das Nachhaltigkeitsmanagement ist spürbar gewachsen, was wir sehr positiv wahrnehmen. Insbesondere über Studierendenprojekte und Praktika ergeben sich immer wieder wertvolle Unterstützungsformate. Gleichzeitig bringen die Beteiligten neue Perspektiven ein und bereichern unsere Arbeit, während wir praxisnahe Einblicke in dieses noch vergleichsweise junge Berufsfeld geben können.
Liebe Frau Rothe, liebe Frau Zimmermann, vielen Dank für das Gespräch!
Ab in die Box
Wie das Zentrallager der Universitätsmedizin Essen sich digital und nachhaltig aufstellt
Das Zentrallager der Universitätsmedizin Essen an der Theodor-Althoff-Straße beliefert die Stationen ihrer über 25 Kliniken, Zentren und Institute seit 2025 nachhaltiger und sicherer mit Verbrauchsmaterialien und medizinischen Artikeln. Die Mitarbeitenden packen die bestellen Waren nun in sogenannte Caddys. Diese sind umhüllt mit schwer entflammbarem Material, das auch vor feuchter Witterung und Verschmutzung schützt. Darüber hinaus werden Einzelartikel nun in Mehrweg-Boxen gelegt.
Der Logistikstandort der Universitätsmedizin Essen wurde im November 2021 offiziell in Betrieb genommen. Damit konnte die Lagerfläche von 200 Quadratmetern am alten Standort auf circa 2.000 Quadratmeter aufgestockt werden. „Trotz dieser massiven Erweiterung haben wir insgesamt lediglich fünf Prozent der Artikel, die die Universitätsmedizin Essen benötigt, kontinuierlich auf Lager“, erläutert Mike Lewandowski, Leitung Strategischer Einkauf. Insgesamt werden circa 40.000 Artikel regelmäßig bestellt, circa 1.500 Artikel davon sind immer vorrätig. Die Logistik aller Waren steuert das Zentrallager und dies ist nur mit zunehmender Digitalisierung möglich. Über ein digitales Bestellwesen, in dem ein Online-Katalog hinterlegt ist, bestellen die Mitarbeitenden auf den Stationen die benötigten Materialien. Das System löst die Bestellungen aus: Artikel, die vorrätig sind, gehen vom Zentrallager aus auf die Stationen, das Gros der Artikel wird von externen Capdiensten oder Logistikern direkt an die jeweiligen Kliniken und Organisationseinheiten geliefert.
Umweltfreundlich, sauber und sicher
Von den insgesamt zwölf Mitarbeitenden im Zentrallager kümmern sich täglich immer sechs bis acht Personen um die Kommissionierung der Waren, die inhouse versendet werden. Das erfolgte bis vor Kurzem in Kartonagen. „Auch wenn wir versucht haben, möglichst viele Pakete oder Kartons zu verwenden, die wir von den Lieferanten bekommen haben, mussten wir mehrmals im Jahr zusätzliche Kartonagen bestellen”, erläutert Lewandowski. Kartons, die einmal benutzt, auf den Stationen entsorgt wurden. Um diesen Verpackungsmüll zu reduzieren, aber auch um den Transport effektiver und sicherer zu machen, hat das Zentrallager 2025 auf Mehrwegboxen umgestellt. Circa 300 Boxen in unterschiedlichen Größen sind aktuell im Umlauf. Nach Auswertung der Pilotphase werden die Boxengrößen aktuell noch weiter differenziert, um, wie Lewandowski es formuliert, „weniger Luft zu transportieren“. Alle Boxen sind mit einem Barcode gekennzeichnet, Versanddaten, Reinigungszyklen und Umlaufwege werden dokumentiert.
Um den Versand weiter zu optimieren, definiert das zentrale System unterschiedliche Produktgruppen, nach denen die Konfektionierinnen und Konfektionierer die Verpackungsweise wählen. Produkte, die in Originalkartons herausgeben und stabil verpackt sind, zum Beispiel Kartonagen mit Kopierpapier, werden nicht umgepackt und in die Kunststoffboxen gelegt. Artikel, die als Gebinde geliefert, aber in ausgewählten Stückzahlen auf die Stationen verteilt werden, oder Artikel, die früher stoßsicher und feuchtigkeitsabweisend neu verpackt werden mussten, kommen nun in eine Box. Lewandowski: „Dadurch verbrauchen wir nicht nur weniger Kartonagen und Folie, der Transport wird auch sicherer.“ Seit Einführung des Systems konnte sogenannte „Ausschussware“ erheblich reduziert werden.
Weitere Maßnahmen zu mehr Nachhaltigkeit in Planung
Das nächste Projekt zu mehr Nachhaltigkeit im Zentrallager steht schon bevor, wieder verbunden mit einem Digitalisierungsschritt. Aktuell werden die Konfektionierungslisten für die Mitarbeitenden im Lager noch ausgedruckt. Derzeit erprobt das Team Scanner, auf die alle Produktdaten überspielt werden und mit deren Hilfe das Umpacken aus den Lagerregalen in die Transportkisten und Caddys erfolgt. Der Vorteil: weniger Papierverbrauch und Reduzierung der Fehlerquote.
Auch die Übermittlung von handschriftlich ausgefüllten Bestellformularen von den Stationen ist inzwischen weitestgehend abgeschafft. Inzwischen speisen die Mitarbeitenden auf den Stationen ihre Bestellungen in ein digitales Dokumentensystem, das alle Daten direkt an die Kommissionierung versendet.
Nachhaltigkeit ist Teamarbeit
Das Thema Green Hospital ist vielschichtig – die Fäden aus allen Bereichen laufen bei Lilian Rothe, Nachhaltigkeitsmanagerin der Universitätsmedizin Essen, zusammen. In enger Zusammenarbeit mit 18 Personen in Schlüsselpositionen unterschiedlicher Fachbereiche gestaltet sie die Nachhaltigkeitsinitiative und koordiniert das „Team Green“. Zusätzlich liefern 130 Nachhaltigkeitsbeauftragte aus allen Bereichen der Universitätsmedizin regelmäßig Impulse, fungieren als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in ihren Teams und unterstützen die Umsetzung von Projekten vor Ort.

Wer im Gesundheitswesen arbeitet, weiß: Vorbeugen ist besser als zu heilen – das gilt auch für unseren Planeten. Ich setze mich für Nachhaltigkeit ein, weil unsere Entscheidungen heute die Gesundheit von morgen mitbestimmen. Auf dem Weg zum Green Hospital lassen sich im Klinikalltag viele Stellschrauben bewegen. Genau das macht meine Arbeit als Nachhaltigkeitsmanagerin so vielseitig, spannend und sinnstiftend.

Ich finde besonders die Vielfalt von Nachhaltigkeit im Krankenhaus spannend. Nachhaltigere Lösungen entwickelt und implementiert man am besten zusammen und genau deswegen bilde ich gerne eine Schnittstelle für unsere engagierten Kolleg*innen. Außerdem finde ich es wichtig, Nachhaltigkeit zu messen, um damit auch Vergleichbarkeit zu schaffen. Im Zuge der europaweiten Bestrebungen zur Nachhaltigkeitsberichterstattung wird das zunehmend wichtiger.

Gemeinsam eine Verbesserung sozialer, ökologischer und ökonomischer Aspekte anzugehen, um den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlage zu sichern – das ist mir wichtig. In meiner Funktion als Klimamanager versuche ich, nachhaltiges Denken und Handeln zur gelebten Unternehmenskultur zu entwickeln.

Mein Wunsch ist es, dass nachfolgende Generationen mindestens genauso gut wie wir leben können. Deshalb treibe ich im Team Green die Netzwerk-, Fort- und Weiterbildung voran. Eine große Aufgabe kann nur von einem starken Team bewältigt werden.

Häufig sind es Kleinigkeiten, die große Veränderungen bewirken können. In den Stabsstellen versuchen wir zum Beispiel weitestgehend auf Papier zu verzichten. In der Digitalisierung aller Krankenhausbereiche sehe ich eine große Chance. Auf allen Ebenen engagiere ich mich für die Integration umweltbewusster, ressourcenschonender und möglichst klimaneutraler Prozesse in unsere bestehenden Unternehmensabläufe.

Was bedeutet Nachhaltigkeit? Aufgaben heute so zu erfüllen, dass sie auch morgen noch richtig und vertretbar sind! Dazu gehört für mich, technische und bauliche Erfordernisse, Notwendigkeiten, Restriktionen und Zusammenhänge im Rahmen der Nachhaltigkeitsinitiative allgemeinverständlich und nachvollziehbar einzubringen.

Wir müssen achtsam mit Ressourcen umgehen – mit Arbeitsmitteln ebenso wie mit personellen Ressourcen. Und kontinuierlich die Vereinbarkeit von ökologischen mit sozialen und ökonomischen Aspekten unserer Tätigkeit hinterfragen. Effizientere Arbeitsabläufe entlasten die Mitarbeitenden, sodass mehr Zeit für empathische Medizin bleibt. Der Mensch – Mitarbeitende ebenso wie Patienten – sollte stets im Mittelpunkt stehen.

Die Ernährung der Patientinnen und Patienten ist für ca. 17Prozent der Klimawirkung eines Krankenhauses verantwortlich. Im Rahmen des Green-Hospital-Food-Projekts wird die Verpflegung an der Universitätsklinik Essen stetig nachhaltiger und gleichzeitig noch gesünder und leckerer. Außerdem reduzieren wir stetig die Lebensmittelverschwendung
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Ein Krankenhaus, das im kontinuierlichen 24-Stunden Betrieb läuft, verbraucht im Schnitt ungefähr so viel Energie wie eine Kleinstadt. Ich setze mich dafür ein, den Planetary Health Ansatz in allen Berufen im Gesundheitswesen zu integrieren, um Gesundheit und den Schutz unserer Ökosysteme zusammenzudenken.

Nachhaltiges und ressourcenschonendes Handeln ist eine unerlässliche Voraussetzung für die Gewährleistung unserer Zukunft. Durch unser Engagement können wir das Bewusstsein dafür kontinuierlich schärfen. Die Einhaltung von Umwelt- und sozialen Vorschriften sowie der internen diesbezüglichen Vorgaben ist ein wichtiger Bestandteil des Compliance-Management-Systems unseres Unternehmens. Jede und jeder Beschäftigte des UK Essen kann im beruflichen Alltag im tatsächlichen Handeln an der Umsetzung mitwirken.

Hygiene und Nachhaltigkeit im Krankenhaus schließen sich nicht aus – sie können oft gut zusammengehen. Mit den richtigen Abläufen und einem bewussten Umgang mit Materialien lassen sich hohe Hygienestandards einhalten und gleichzeitig Ressourcen sparen.

Ich möchte Einfluss nehmen auf die Schmeiß-weg-kauf-neu-Einstellung. Überzeugen können dabei intelligente Konzepte, die nicht ausschließlich auf Verzicht basieren, wie zum Beispiel die Kreislaufwirtschaft.

Nachhaltigkeit bedeutet auch soziale Verantwortung. Sie beginnt dort, wo Menschen gleiche Chancen erhalten, weil echte Vielfalt unsere Zukunft stärkt. Als Gleichstellungsbeauftragte setze ich mich für Chancengerechtigkeit, die Gleichstellung aller Geschlechter sowie ein wertschätzendes und diskriminierungsfreies Miteinander ein. Denn nur eine gerechte Gesellschaft ist eine zukunftsfähige Gesellschaft.

Das Nachhaltigkeitsmanagement ist für mich ein essenzielles Instrument, um unseren Ressourcenverbrauch im Hinblick auf die Umweltverträglichkeit zu analysieren. Auch in unserem Bereich konnten bereits wertvolle Ressourcen eingespart werden, weil wir inzwischen nahezu alle Prozesse erfolgreich digitalisiert haben.

Wir möchten eine Reihe von zielführenden, tatsächlich ressourcensparenden und messbaren Maßnahmen etablieren. Voraussetzung dafür ist eine Mentalität, die über eine Veränderung des Bewusstseins zu einer Veränderung des Verhaltens führt. Durch intensive Kommunikation innerhalb des Unternehmens kann dies gelingen.

Wenn wir gemeinsam mit den Mitarbeitenden Indikatoren für die Nachhaltigkeitsberichterstattung festlegen, Führungskräfte auf Nachhaltigkeit verpflichten und die Einführung eines Nachhaltigkeits-Impact-Assessments angehen, können wir viel erreichen. Im Arbeitsalltag geht es um „green office“, Mülltrennung, faire Produkte und den Einsatz von Diensträdern.

Ich möchte dazu beitragen, in der UME eine Kultur zur Nachhaltigkeit zu schaffen, die sich positiv auf die Umwelt und die Gesellschaft auswirkt. Gemeinsam den CO2-Fußabdruck zu reduzieren, erneuerbare Energien zu nutzen und Ressourcen zu schonen – dafür setze ich mich ein!


Nachhaltigkeit ist ein Investment in die Zukunft und in die Zukunft muss man investieren.

Im Einkauf tragen wir die Verantwortung für Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit, aber auch für ökologische und soziale Verantwortung in Bezug auf unsere Lieferkette. Wir arbeiten daran den CO2-Fußabdruck eines Krankenhauses durch gezielte Maßnahmen im nachhaltigen Einkauf Stück für Stück zu verbessern.

Team Green bedeutet für mich, nicht nur über Nachhaltigkeit zu sprechen, sondern sie ganz konkret in unseren Arbeitsalltag zu integrieren. Nachhaltigkeit ist für mich auch privat eine echte Herzensangelegenheit – umso schöner ist es, diese Überzeugung im Team Green an der Universitätsmedizin Essen aktiv einzubringen und gemeinsam wirklich etwas zu bewegen.

Nachhaltigkeit in der Pflege bedeutet für mich, Ressourcen evidenzbasiert, effizient und bedarfsorientiert einzusetzen und gleichzeitig eine patient*innenzentrierte Versorgungsqualität sicherzustellen. Durch klare Kommunikation, interprofessionelle Zusammenarbeit, partizipative Entscheidungsprozesse und praxisnahe Schulungen fördern wir evidenzbasiertes Handeln im Pflegealltag. So tragen wir messbar zur Qualität und Zukunftsfähigkeit der Versorgung bei.

Die gemeinschaftliche Reduzierung von Überproduktionen in der Patientenverpflegung um knapp 15 Prozent an der UK Essen haben nachhaltige positive Auswirkungen auf unsere Ressourcen

Die intelligente Wegfindung zwischen Ökonomie und Ökologie ist für mich im Nachhaltigkeitsmanagement ein wichtiges Ziel. Durch umweltbewusstes Handeln in den Bereichen Energie, Wasser, Abfall, Mobilität und Beschaffung kann jede und jeder einzelne Beschäftigte mit seinem Beitrag diesen Weg begleiten.

Ich mache Werbung für vernünftiges Mülltrennen und Recycling am Arbeitsplatz – bei allen Mitarbeitenden. Denn wir sind nur dann erfolgreich, wenn jeder Einzelne in seinem Bereich den Nachhaltigkeitsgedanken aufrechterhält.












